Monatsarchiv: Februar 2012

Rückschau auf Jeannette Walls: Schloß aus Glas

Schloss aus Glas oder „Warum wollten sie Kinder ?“

Mit den Fragen „Will ich wirklich ein Kind ? Von guten Gründen und verborgenen Wünschen“ (Titel des gleichnamigen Buches von Christiane Röhrbein) oder „Warum wollen Menschen Kinder ?“ wurde der Literaturgesprächsabend eröffnet.
Denn: Das autobiographische Erstlingswerk „Schloss aus Glas“ von Jeannette Walls beschreibt Eltern, die die Grundbedürfnisse ihrer vier Kinder nicht ausreichend befriedigen.

Die Eltern:
Rose Mary, die Mutter der Autorin: Eine ausgebildete Lehrerin, die jedoch am liebsten Bilder malt und ihren Kindern einen leeren Kühlschrank zum Essen anbietet. Ihren Beruf übt sie – wenn überhaupt – nur äußerst temporär und verantwortungslos aus.

Rex, der Vater: Ein notorischer Säufer, der kontinuierlich seine Jobs verliert und seiner Lieblingstochter Jeanette die Venus am Sternenhimmel zum Geburtstag schenkt. Ein Besserwisser.

Ihren Kindern muten sie einen ständigen Ortswechsel zu, da Rosy und Rex am liebsten „on the road“ (oder auf der Flucht ?) sind.

Parallelen zu zwei bereits besprochenen Büchern – „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn und „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ von Alina Bronski – traten auf. Wie schafften es die jeweiligen „Hauptfiguren“ ihre psychische und physische Gesundheit unter miserabelsten Bedingungen zu erhalten ? Welche Einflüsse trugen zu deren R e s i l i e n z bei ?
Die schulische Umgebung der vier Kinder, eine aktive Einstellung zu Problemen, deren Zusammenhalt und Überlebenswille standen zur Diskussion. Und: Eltern, die Bildung nicht als Mittel zum Zweck betrachten. 

Resümee:
„Schloss aus Glas“, eine unglaubliche, unglaublich erschreckende, faszinierende und erschütternde Lebensgeschichte, für die sich die Autorin keinesfalls schämen sollte.

Von Petra Franek

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Für Zwischendurch: Best of 2011

Hier kommen die Ausleihrenner der Stadtteilbücherei Göggingen im Romanbereich 2011 – nicht als Top Ten Liste, sondern die Top Fifteen mit bis zu 18 Ausleihen im Jahr als kleine Geschichte. Erkennen Sie die Buchtitel? Ein Titel davon dürfte den Literaturkreisteilnehmern besonders bekannt vorkommen. Wer beim nächsten Literaturkreis am 8. März die richtigen Titel rät, nimmt an der Verlosung eines kleinen Preises teil.

Dreizehn Stunden dauerte das Richterspiel schon. Und die Frage „Lügst du noch oder liebst du schon?“ war immer noch nicht beantwortet. Die Krabbe saß im Alpenstüberl am Rande der Skisprungschanze und schenkte sich missmutig ein weiteres Glas Rotwein ein. „Hochsaison. Pah, das stelle ich mir definitiv anders vor als mit diesem Dezembersturm“. Sein Blick richtete sich wieder auf die Schlagzeile vor ihm: „Das große Glück kommt nie allein“.  Genau, daran sollte sich der vorsitzende Richter erinnern. Wenn der wüsste, dass die große Liebe auch den Tod in Garmisch mit sich brachte. Er, die Krabbe, würde ihm den großen Juristencoup gründlich verderben – er freute sich schon darauf, sein Leben in vollen Zügen zu genießen. Mit Janine, im Tal der Zitronenbäume, einen Grand Cru in der Hand. Sein Handy vibrierte. Eine Nachricht: „Pass auf, die Perspektive des Gärtners ändert alles.“ Was um Himmels willen hatte der geheimnislose Junge damit zu tun? Was würde er aussagen? War der nicht vom Garten in die Küche eines Fünfsternehotels in Berlin gewechselt und schnippelte die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche? Aber man hatte schon Feigen in Detroit wachsen sehen.  „Glück kommt selten allein…“ Sollte dies auch für ihn gelten? Mit großem Knall flog die Tür auf, er griff sich an die Brust und das Fenster nach innen öffnete sich…

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