Rückschau: Amy Tan, Der Geist der Madame Chen

Bibi Chen, eine exzentrische Chinesin, die schon lange in San Francisco lebt und dort einen Antiquitätenladen betreibt, organisiert für sich und zwölf ihrer amerikanischen Freunde eine Reise nach Birma (Myanmar). Kurz vor Urlaubsantritt kommt Madame Chen aber unter mysteriösen Umständen ums Leben.
Allerdings kann sie als Geist mit „himmlischen Augen und Ohren“ und mit der „Gabe, die Herzen zu durchschauen“, sämtliche Geschehnisse beobachten.
So muss sie zusehen, dass ihre detaillierten Pläne auf der Reise nicht umgesetzt werden, und die Gruppe deshalb von einem Unheil ins andere gerät.
Schließlich bleiben elf ihrer Gefährten nach einer Bootstour im Dschungel verschwunden. Sie sind am „Ort ohne Namen“ beim Volk der Karen, einer verfolgten Minderheit, und bekommen deren Überlebenskampf hautnah zu spüren, ohne zunächst die Hintergründe zu verstehen.
Das Klima, Krankheiten und ungewohnte Nahrung setzen den Amerikanern zu und verschieben vorübergehend ihre Prioritäten.
Schließlich werden sie gefunden und kehren verändert nach Hause zurück.
Und auch Madame Chens Schicksal (Tod) wird am Ende geklärt.

Meinungen aus dem Literaturkreis:

• Am Anfang war die Vielzahl der Figuren verwirrend
• Die zwölf Touristen sind Karikaturen
• Wer mehr über das Land erfahren möchte, sollte das Buch von „George Orwell, Tage in Birma“ lesen
• Der Roman ist vielschichtig: neben dem Reisebericht und Naturbetrachtungen zeigt es die innere Reifung der Protagonisten, die Situation ethnischer Minderheiten sowie die geschichtliche und politische Entwicklung Birmas.
• Am Ende werden die vielen Handlungsstränge zusammengeführt und alle Rätsel gelöst
• Eigentliches Thema ist die Frage nach dem Jenseits, die bereits im Prolog anklingt, sich über die Geistgegenwart Madame Chens, den Namen ihres Ladens „Die Unsterblichen“ und die Nats (Naturgeister) fortsetzt, und am Schluss folgendermaßen beantwortet wird: „Mehr kann ich nicht sagen, denn es sollte ein Geheimnis bleiben, eines, das nie ein Ende findet.“

Zusammenfassung von Brigitta Durnberger

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