Monatsarchiv: April 2014

Rückblick: Robert Harris, Ghost

von Christine Andrä

 

Was ist das nun für ein Buch – ein Krimi, eine politische Biographie?

Die Situation ist klaustrophobisch: ein ehemaliger Premierminister, umkreist von seinem „Hofstaat“, ist eingesperrt in das futuristische Ferienhaus seines Verlegers um ihm die ausstehenden Memoiren abzuzwingen. Neue Bewegung bringt der Ghostwriter, der ihm unterstützen soll. Dieser, für seine Einfühlung renommierte „Ghost“ macht seinem Beruf alle Ehre: unscheinbar, nahezu ohne eigenes Leben, im Buch sogar ohne Namen. Er erzählt aus seiner Perspektive und verrät dabei viele interessante Details über sein Handwerk. Nach dem zögerlichen Beginn der Geschichte stößt er aber auch eine, im wahrsten Sinne des Wortes fatale Entwicklung an, als er die Grenzen seines Jobs überschreitet und selbständig recherchiert.
Der Umgang mit Daten – verschwundene mails samt gewichtigem Anhang, Kommunikation mit Einweghandys – erschien den Lesern beim Erscheinen des Buchs 2007 wohl etwas krass. Wir wissen es heute besser!

Facit im Lesekreis: keine große Literatur aber spannende Unterhaltung oder ganz im Trend: Gefällt uns!
Besonders gut gefällt aber auch die meisterhaft konzentriert Verfilmung des Buchs von Roman Polanski.

 

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