Monatsarchiv: Dezember 2014

David Wagner „Leben“

Eine kleine Gruppe von DiskutantInnen traf sich am Abend des 11. Dezember in den Räumen des Alten Rathauses, um sich beim letzten Literaturkreis des Jahres 2014 dem Roman „Leben“ von David Wagner zu widmen.

Wobei die Bezeichnung „Roman“ für dieses mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Buch in der Runde angezweifelt wurde. Denn das Buch oszilliert zwischen den Polen Roman und Biographie. Inhaltlich verarbeitet der Berliner Autor darin seine Lebertransplantation, die ihm ein neues Leben ermöglichte. Vielstimmig erzählt er von den Phasen, die er durchlitt und variiert den Erzählduktus genauso wie seine Stimmungen, die sich immer wieder änderten.

Kritisch hinterfragt wurde von der Runde die Aussparung einiger Teile des Privatlebens: Womit verdient der Autor sein Geld? Welchen Hobbies geht er nach? Der Roman richtet seinen Fokus ganz auf die Krankheit und den Heilungsprozess.

Positiv hervorgehoben wurde die Gestaltung des Buches, die auch optisch die Zäsur von altem und neuem Leben deutlich macht. In der Runde schnitt das Buch hervorragend ab und es entfaltete sich eine lebendige Diskussion, die zeigte, wie unterschiedlich man das Buch lesen kann. Die Erzählperspektive gefiel genauso wie die Tatsache, dass das Buch ein schwieriges Thema anschneidet, ohne den Leser zu sehr zu belasten. Der meditative Grundton, der sehr konzentriert das Leiden und Leben beleuchtet, gefiel in der Runde.  Eine Diskutatin brachte es mit dem Schlagwort „Wahnsinnsbuch“ auf den Punkt.

Einige Teilnehmer brachte das Buch sogar zum Nachdenken über das eigene Leben und Themen wie etwa eine Organspende. Und mehr kann ein Buch kaum schaffen, wenn es den Leser zum Nachdenken über das eigene Leben anregt. Ein Buch – Über-Leben – und Lesen!

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»Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz«

Lion Feuchtwangers Roman, erschienen 1930 eröffnet ein facettenreiches gesellschaftliches Panorama Bayerns in den frühen 1920er Jahren. Feuchtwanger beschreibt die aus den Fugen geratene Zeit der Jahre 1921 bis 1924, die von den Folgen des Ersten Weltkriegs, dem Untergang der Monarchie und dem missglückten Versuch der Räterepublik geprägt ist.
Mehrfach wurde der Roman schon im Literaturkreis angesprochen; das Literaturhaus München widmet ihm nun eine umfangreiche Ausstellung:
Erfolg

 

 

Erfolg. Lion Feuchtwangers Bayern
Die Ausstellung beleuchtet zunächst den biografischen Hintergrund, zeigt Feuchtwangers Arbeitsweise, um dann die Kernthemen des Romans und deren historischen Kontext zu visualisieren. Sichtbar gemacht werden die historischen Bezüge durch zeitgenössische Filme, Fotos, Zeitungen, persönliche Dokumente, historische Objekte. Dadurch soll der ethnologische Blick gezeigt werden, mit dem Feuchtwanger auf die Heimat zurückblickt: Auf sein geliebtes, gehasstes Bayern.

15.10. bis 15.2.2015 Literaturhaus München
http://www.literaturhaus-muenchen.de

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