Nachbetrachtung: Vladimir Sorokin – Der Schneesturm

Inmitten der heißen Juli-Temperaturen trafen sich die Mitglieder des Literaturkreises Göggingen um sich diesmal einem russischen Roman zu widmen: „Der Schneesturm“ des bekannten russischen Autors Vladimir Sorokin war Thema und wollte besprochen werden.

Leider ließsorokin die meisten Teilnehmer die Lektüre des Buchs im Sommer leider kalt, wie schnell konstatiert wurde. Bereits die Einordnung des Romans in eine Schublade wollte nicht so richtig gelingen: Science-Fiction? Steampunk? Fantastischer Realismus? „Der Schneesturm“ ist sperrig, was Inhalt und Form angeht.

Obwohl das Buch recht behaglich mit der Reise eines Doktors beginnt, der einen Impfstoff in ein Dorf bringen will, tauchen schon bald nicht ganz passende Elemente wie hochtechnologisierte Stämme, Wunderdrogen und Riesen auf. Wer einen zweiten „Doktor Schiwago“ erwartete sah sich rasch getäuscht. Der Roman Sorokins soll das russische Regime und die russische Herrschaft karikieren, allerdings konnten die TeilnehmerInnen des Literaturkreises die Metaebenen des Romans nicht entschlüsseln. Wofür steht der Riese im Buch? Wer ist der mysteriöse Doktor?

Das Buch hinterlässt mehr Fragen als dass es sie löst. Ein Schlüsselroman, bei dem den Schlüssel nicht ins metaphorische Schloss passte. Das fehlende Hintergrundwissen erschwerte somit die Lektüre des kurzen Buches – für Russlandkenner erschließt sich dieser Titel höchstwahrscheinlich eher als für den „normalen“ Leser.

 

Der nächste Literaturkreis findet erst im Oktober statt. Thema dort wird der mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Roman „Landgericht“ von Ursula Krechel sein.

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