Josef Bierbichler – Mittelreich

Konträre Meinungen kamen beim vorletzten Literaturkreis des Jahres 2015 zusammen. Im Mittelpunkt stand das Schriftsteller-Debüt des Schauspielers Josef Bierbichler Mittelreich, der seiner Heimat am Starnberger See ein literarisches Vermächtnis setzt.

Er beschreibt in seinem Buch die Dorfchronik eines kleinen Weilers am Starnberger See, bei dem die beiden Weltkriege und darauffolgenden Entwicklungen starke Spuren Mittelreichhinterlassen. Ausgehend von der Figur des Seewirts entfaltet er ein Panorama der dörflichen Gesellschaft und zeigt mit welchen (religiösen) Mitteln die einzelnen Figuren im Dorf ihren Platz finden. Eine klassisch-lineare Erzählung ist Bierbichlers Buch nicht, vielmehr wirft er einzelne Schlaglichter auf die Gesellschaft und scheut auch magische und derbe Szenen auch nicht. Teilweise grotesk muten die Geschehnisse in Mittelreich an – sogar eine Himmelfahrt findet am Starnberger See zur Krönungsmesse von Johannes XXIII. statt.

Die Meinungen schwankten von ein Möchtegern-Oskar-Maria-Graf bis hin zu eine großartige Bild- und Kameraführung. Wo einige Leser die Über-Konstruiertheit des Buchs kritisierten gefiel anderen gerade diese Fülle an Anekdoten und Geschehnissen. Ein ambivalentes Buch, das ebensolche Eindrücke auch bei den Leserinnen und Lesern hinterließ.

Der letzte Literaturkreis des Jahres findet am 10.12.2015 in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt und behandelt den Roman Aus den Fugen von Alain Claude Sulzer

 

 

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