Monatsarchiv: Dezember 2017

Die neuen Literaturkreisbücher 2018

Neues Jahr – neue Bücher im Literaturkreis! Diese Bücher werden im ersten Quartal 2018 besprochen:

11.01.2018, 19:30 Uhr

Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrig blieb

IshiguroStevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.

 

08.02.2017, 19:30 Uhr

Friedrich Ani – Der namenlose Tag

AniKriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden.

Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.

Zwanzig Jahre sind vergangen, und der Vater glaubt noch immer nicht an den – laut polizeilichem Untersuchungsergebnis eindeutig feststehenden – Selbstmord der Tochter durch Erhängen: Seiner Meinung nach kann es sich nur um Mord handeln.

Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken«. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit«.Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

 

08.03.2017, 19:30 Uhr

Deborah Feldman – Unorthodox

FeldmanAm Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Wie immer finden alle Veranstaltungen in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt – wir freuen uns auf Sie!

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Rückblick: Per Petterson – Pferde stehlen

Eine muntere Diskussion entspann sich auch beim letzten Buch des Literaturkreises im Jahr 2017: es ging um den Roman Pferde stehlen des Norwegers Per Petterson.

In seinem Roman erzählt er von Trond, der mittlerweile zurückgezogen in einer Hütte in den norwegischen Wäldern lebt. In Rückblenden enthüllt der Autor das Leben Tronds und das besondere Verhältnis, das er zu seinem Vater hatte.

u1_978-3-596-51073-3Der Roman stieß in der Besprechung der Gruppe auf ein geteiltes Echo. Während der Roman von einigen Teilnehmern als langweilig und voller langatmiger Naturbeschreibungen empfunden wurde, lobten andere Teilnehmer genau jene Atmosphäre. Wieder einmal zeigte sich, dass jeder in den besprochenen Büchern etwas anderes sieht oder findet. Während Begriffe wie „destruktive Männer vor norwegischer Kulisse“ fielen, priesen andere Teilnehmerinnen das Buch als faszinierende Studie eines Mannes, das viel Tiefe und Ruhe ausstrahlt. Insgesamt also ein Buch mit vielen Facetten, das überwiegend wohlwollend aufgenommen wurde.

 

Im Anschluss wurde von den TeilnehmerInnen noch DAS Buch des Literaturkreises gewählt – die Entscheidung fiel mit sechs Stimmen auf den Titel Kindeswohl von Ian McEwan.

Die Übersicht der gelesen Titel (in Klammern die entfallenen Stimmen bei der Wahl):

  • Januar: Paul Torday – Lachsfischen im Jemen (0)
  • Februar: Vea Kaiser – Blasmusikpop (0)
  • März: Ian McEwan – Kindeswohl (6)
  • April: Andrea Hirata – Die Regenbogentruppe (5)
  • Mai: Isabel Allende – Amandas Suche (0)
  • Juni: Colum McCann – Transatlantik (3)
  • Juli: Christian Kracht – Imperium (1)
  • August: Jonas Lüscher – Der Frühling der Barbaren (2)
  • September: J. M. Coetzee – Schande (1)
  • Oktober: Irene Kaiser – Der geistige Sekundentod (0)
  • November: Haruki Murakami – Südlich der Grenze, westlich der Sonne (3)
  • Dezember: Per Petterson – Pferde stehlen (3)

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