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Rückschau: Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrig blieb

Am 11.01.2018 traf sich der Literaturkreis Göggingen zum ersten Mal im neuen Jahr, um über den Roman Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro zu reden. Erfreulich hierbei, dass der Literaturkreis so gut besucht war, wie selten in den letzten Monaten. Diese Entwicklung darf gerne so weitergehen!

IshiguroInhaltlich wusste das Buch über den Butler Stevens, der Rückschau auf sein Leben hält, mit wenigen Einschränkungen fast durchgängig zu begeistern. Gelobt wurde die raffinierte Verschränkung von Rahmenhandlung und Rückschau, die Verschränkung von politischen und persönlichen Themen sowie die Figurenzeichnung. Als Kritikpunkt wurden Begriffe wie antiquiert und stinklangweilig genannt, wohingegen die emotionale Zurückhaltung des Butlers andere Leserinnen überaus zu faszinierten wusste.

 

Der nächste Literaturkreis findet am Donnerstag, den 08.02.2018 statt. Gesprochen wird dann über den Krimi Der namenlose Tag des Münchner Krimiautors Friedrich Ani.

An jenem Abend werden auch wieder die Literaturkreisbücher für die kommenden drei Monate festgelegt – Tipps sind gerne willkommen!

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Die neuen Literaturkreisbücher 2018

Neues Jahr – neue Bücher im Literaturkreis! Diese Bücher werden im ersten Quartal 2018 besprochen:

11.01.2018, 19:30 Uhr

Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrig blieb

IshiguroStevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.

 

08.02.2017, 19:30 Uhr

Friedrich Ani – Der namenlose Tag

AniKriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden.

Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.

Zwanzig Jahre sind vergangen, und der Vater glaubt noch immer nicht an den – laut polizeilichem Untersuchungsergebnis eindeutig feststehenden – Selbstmord der Tochter durch Erhängen: Seiner Meinung nach kann es sich nur um Mord handeln.

Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken«. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit«.Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

 

08.03.2017, 19:30 Uhr

Deborah Feldman – Unorthodox

FeldmanAm Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Wie immer finden alle Veranstaltungen in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt – wir freuen uns auf Sie!

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Rückblick: Per Petterson – Pferde stehlen

Eine muntere Diskussion entspann sich auch beim letzten Buch des Literaturkreises im Jahr 2017: es ging um den Roman Pferde stehlen des Norwegers Per Petterson.

In seinem Roman erzählt er von Trond, der mittlerweile zurückgezogen in einer Hütte in den norwegischen Wäldern lebt. In Rückblenden enthüllt der Autor das Leben Tronds und das besondere Verhältnis, das er zu seinem Vater hatte.

u1_978-3-596-51073-3Der Roman stieß in der Besprechung der Gruppe auf ein geteiltes Echo. Während der Roman von einigen Teilnehmern als langweilig und voller langatmiger Naturbeschreibungen empfunden wurde, lobten andere Teilnehmer genau jene Atmosphäre. Wieder einmal zeigte sich, dass jeder in den besprochenen Büchern etwas anderes sieht oder findet. Während Begriffe wie „destruktive Männer vor norwegischer Kulisse“ fielen, priesen andere Teilnehmerinnen das Buch als faszinierende Studie eines Mannes, das viel Tiefe und Ruhe ausstrahlt. Insgesamt also ein Buch mit vielen Facetten, das überwiegend wohlwollend aufgenommen wurde.

 

Im Anschluss wurde von den TeilnehmerInnen noch DAS Buch des Literaturkreises gewählt – die Entscheidung fiel mit sechs Stimmen auf den Titel Kindeswohl von Ian McEwan.

Die Übersicht der gelesen Titel (in Klammern die entfallenen Stimmen bei der Wahl):

  • Januar: Paul Torday – Lachsfischen im Jemen (0)
  • Februar: Vea Kaiser – Blasmusikpop (0)
  • März: Ian McEwan – Kindeswohl (6)
  • April: Andrea Hirata – Die Regenbogentruppe (5)
  • Mai: Isabel Allende – Amandas Suche (0)
  • Juni: Colum McCann – Transatlantik (3)
  • Juli: Christian Kracht – Imperium (1)
  • August: Jonas Lüscher – Der Frühling der Barbaren (2)
  • September: J. M. Coetzee – Schande (1)
  • Oktober: Irene Kaiser – Der geistige Sekundentod (0)
  • November: Haruki Murakami – Südlich der Grenze, westlich der Sonne (3)
  • Dezember: Per Petterson – Pferde stehlen (3)

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Eingeordnet unter 4 Punkte von 5, Autoren P-T, Rückschau

Literaturkreisbücher Obktober-Dezember

Hier die von den Teilnehmern des Literaturkreis Göggingen getroffene Auswahl der Bücher des letzten Quartals 2017:

12.10.2017, 19:30 Uhr

Irene Kaiser: Der geistige Sekundentod

SekundentodIm Oktober werden die Kurzgeschichten der Krimiautorin Irene Kaiser diskutiert. Zusammen mit der Autorin nähern sich die Teilnehmer des Literaturkreises diesen Geschichten und diskutieren über die Erzählungen der Augsburger Autorin.

 

 

09.11.2017, 19:30

Haruki Murakami: Südlich der Grenze, westlich der Sonne

MurakamiWie eine Halluzination taucht die Kindheitsgeliebte des Barbesitzers Hajima nach Jahrzehnten wieder auf, unfassbar und geheimnisumwoben. Immer an regnerischen Abenden erscheint Shimamoto wie eine verführerische Andeutung aus einer fremden Welt und hebt das Leben des tüchtigen Geschäftsmannes und Familienvaters aus den Angeln. ›Südlich der Grenze, westlich der Sonne‹ erzählt mit großer Magie vom Einbruch dämonischer Kräfte in ein Leben – und scheut dabei keine Tabus.

14.12.2017, 19:30 Uhr

Per Petterson: Pferde stehlen

PettersonNorwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Als in der  Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluss gebracht und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt Trond nicht, dass er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird.

 

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Nachbetrachtung Literaturkreis August „Frühling der Barbaren“

Wenn so der Frühling der Barbaren aussieht – wie sieht dann erst der Sommer oder gar der Winter aus? Diese Frage stellte ein Teilnehmer des August-Literaturkreises während der Diskussion zu Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren in den Raum.

BarbarenTatsächlich rief das Buch gemischte Kritiken hervor. Von „Grandios“ bis „Misslungen“ reichten die Urteile der Leserinnen und Leser. Während einige Leserinnen die zunehmend unästhetisch werdende Szenerie wie Fernsehzuschauer wahrnahmen und sich nicht mit dem Text identifizieren konnten, wurde Lüschers Prosa von anderen Teilnehmer als „fulminant“ gerühmt und das Talent des Autors, kleine Vignetten auf den Punkt genau zu zeichnen, gelobt.

So war die gutbesuchte Diskussionsrunde abermals erhellend und brachte viele Facetten zum Vorschein, die dieser schmale Text von 128 Seiten in sich trägt.

Der nächste Literaturkreis findet am 14.09.2017 wieder um 19:30 in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt. Dann wird sich alles um den Roman Schande von J. M. Coetzee drehen.

 

 

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Christian Kracht – Imperium

Zu einer spannenden Diskussionsrunde fanden sich die Teilnehmerinnen des Literaturkreises Göggingen im Juli ein, als es passend zu den warmen Temperaturen um Christian Krachts Roman Imperium ging. Darin beschreibt Kracht die Lebensgeschichte des August Engelhardts, der von Nürnberg aus um 1900 auf eine Insel im deutschen Schutzgebiet von Deutsch-Neuguinea zog, um dort eine Sekte zu gründen, die der Kokosnuss huldigen sollte.

ImperiumWährend einige Leserinnen den Ton und Stil des Buchs lobten, gar Reminiszenzen an Thomas Mann erkannten, sagte das Buch anderen Teilnehmerinnen weniger zu. Zu gespreizt und misslungen – so das gegensätzliche Urteil. Auch wurde der Stil teilweise aufgrund der Ironie als respektlos, zu flach und von schwierigsten Wörtern durchzogen kritisiert.

Die Themen, die in Krachts Buch durchklingen, sind auch heute noch von Bedeutung, wie etwa die Offenheit für andere Gesellschaften, missionarische Überzeugungen, Ernährungsfragen, Rassismus etc. Dies wurde von mehreren Seiten angemerkt, auch der Humor Krachts wusste einigen Leserinnen zu gefallen.

Einig war sich die Runde bezüglich des Urteils, das der Spiegelkritiker Georg Diez über den Roman fällte. Für die rechten Tendenzen, die Diez in Krachts Imperium ausgemacht haben wollte, fanden sich keinerlei Beweise. Gegenüberlegungen wurden angestellt, dass diese Presse am Ende dem Buch gar eher genützt als geschadet habe.

Insgesamt also eine diskussionsreiche Runde, die sich hoffentlich im August fortsetzt. Am 10.08 wird dann Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren besprochen. Herzliche Einladung!

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Nachbericht Literaturkreis „Transatlantik“

Am Donnerstag, 08.06.2017, drehte sich alles um das Buch Transatlantik des irischen Schriftstellers Colum McCann.

transatlantikDieser beschreibt in seinem Buch drei historische Moment amerikanisch-irischer Geschichte: die erste Atlantiküberquerung, die Reise eines Abolitionisten durch Irland und die Versuche eines amerikanischen Senators, im Nordirland-Konflikt zu schlichten.

Das Bindeglied zwischen diesen historisch verbürgten Momenten sind vier Generationen von Frauen, die immer wieder das Schicksal beeinflussen und beeinflusst werden.

Das Buch wusste fast komplett zu gefallen, den Teilnehmern des Literaturkreises gefiel die Zeichnung der Figuren und die Konstruktion des Romans. Als positive Aspekte des Buchs wurden weiterhin die glaubhaft gezeichneten Figuren genannt genauso wie der Faktor, dass man bei der Lektüre des Buchs noch einiges lernen kann.

Positiv wurde auch vermerkt, dass das Freiheitsmotiv immer wieder geschickt von McCann in die Erzählung eingewoben wird und er so eine Geschichte kreiert, die zu überzeugen weiß.

 

Der nächste Literaturkreis findet am 13.07.2017 um 19:30 Uhr statt. Besprochen wird diesmal der Roman „Imperium“ des Schweizer Romanciers Christian Kracht.

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Eingeordnet unter 5 Punkte von 5, Autoren A-E, Rückschau