Archiv der Kategorie: Autoren

Rückblick: Per Petterson – Pferde stehlen

Eine muntere Diskussion entspann sich auch beim letzten Buch des Literaturkreises im Jahr 2017: es ging um den Roman Pferde stehlen des Norwegers Per Petterson.

In seinem Roman erzählt er von Trond, der mittlerweile zurückgezogen in einer Hütte in den norwegischen Wäldern lebt. In Rückblenden enthüllt der Autor das Leben Tronds und das besondere Verhältnis, das er zu seinem Vater hatte.

u1_978-3-596-51073-3Der Roman stieß in der Besprechung der Gruppe auf ein geteiltes Echo. Während der Roman von einigen Teilnehmern als langweilig und voller langatmiger Naturbeschreibungen empfunden wurde, lobten andere Teilnehmer genau jene Atmosphäre. Wieder einmal zeigte sich, dass jeder in den besprochenen Büchern etwas anderes sieht oder findet. Während Begriffe wie „destruktive Männer vor norwegischer Kulisse“ fielen, priesen andere Teilnehmerinnen das Buch als faszinierende Studie eines Mannes, das viel Tiefe und Ruhe ausstrahlt. Insgesamt also ein Buch mit vielen Facetten, das überwiegend wohlwollend aufgenommen wurde.

 

Im Anschluss wurde von den TeilnehmerInnen noch DAS Buch des Literaturkreises gewählt – die Entscheidung fiel mit sechs Stimmen auf den Titel Kindeswohl von Ian McEwan.

Die Übersicht der gelesen Titel (in Klammern die entfallenen Stimmen bei der Wahl):

  • Januar: Paul Torday – Lachsfischen im Jemen (0)
  • Februar: Vea Kaiser – Blasmusikpop (0)
  • März: Ian McEwan – Kindeswohl (6)
  • April: Andrea Hirata – Die Regenbogentruppe (5)
  • Mai: Isabel Allende – Amandas Suche (0)
  • Juni: Colum McCann – Transatlantik (3)
  • Juli: Christian Kracht – Imperium (1)
  • August: Jonas Lüscher – Der Frühling der Barbaren (2)
  • September: J. M. Coetzee – Schande (1)
  • Oktober: Irene Kaiser – Der geistige Sekundentod (0)
  • November: Haruki Murakami – Südlich der Grenze, westlich der Sonne (3)
  • Dezember: Per Petterson – Pferde stehlen (3)
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Nachbetrachtung Literaturkreis August „Frühling der Barbaren“

Wenn so der Frühling der Barbaren aussieht – wie sieht dann erst der Sommer oder gar der Winter aus? Diese Frage stellte ein Teilnehmer des August-Literaturkreises während der Diskussion zu Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren in den Raum.

BarbarenTatsächlich rief das Buch gemischte Kritiken hervor. Von „Grandios“ bis „Misslungen“ reichten die Urteile der Leserinnen und Leser. Während einige Leserinnen die zunehmend unästhetisch werdende Szenerie wie Fernsehzuschauer wahrnahmen und sich nicht mit dem Text identifizieren konnten, wurde Lüschers Prosa von anderen Teilnehmer als „fulminant“ gerühmt und das Talent des Autors, kleine Vignetten auf den Punkt genau zu zeichnen, gelobt.

So war die gutbesuchte Diskussionsrunde abermals erhellend und brachte viele Facetten zum Vorschein, die dieser schmale Text von 128 Seiten in sich trägt.

Der nächste Literaturkreis findet am 14.09.2017 wieder um 19:30 in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt. Dann wird sich alles um den Roman Schande von J. M. Coetzee drehen.

 

 

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Christian Kracht – Imperium

Zu einer spannenden Diskussionsrunde fanden sich die Teilnehmerinnen des Literaturkreises Göggingen im Juli ein, als es passend zu den warmen Temperaturen um Christian Krachts Roman Imperium ging. Darin beschreibt Kracht die Lebensgeschichte des August Engelhardts, der von Nürnberg aus um 1900 auf eine Insel im deutschen Schutzgebiet von Deutsch-Neuguinea zog, um dort eine Sekte zu gründen, die der Kokosnuss huldigen sollte.

ImperiumWährend einige Leserinnen den Ton und Stil des Buchs lobten, gar Reminiszenzen an Thomas Mann erkannten, sagte das Buch anderen Teilnehmerinnen weniger zu. Zu gespreizt und misslungen – so das gegensätzliche Urteil. Auch wurde der Stil teilweise aufgrund der Ironie als respektlos, zu flach und von schwierigsten Wörtern durchzogen kritisiert.

Die Themen, die in Krachts Buch durchklingen, sind auch heute noch von Bedeutung, wie etwa die Offenheit für andere Gesellschaften, missionarische Überzeugungen, Ernährungsfragen, Rassismus etc. Dies wurde von mehreren Seiten angemerkt, auch der Humor Krachts wusste einigen Leserinnen zu gefallen.

Einig war sich die Runde bezüglich des Urteils, das der Spiegelkritiker Georg Diez über den Roman fällte. Für die rechten Tendenzen, die Diez in Krachts Imperium ausgemacht haben wollte, fanden sich keinerlei Beweise. Gegenüberlegungen wurden angestellt, dass diese Presse am Ende dem Buch gar eher genützt als geschadet habe.

Insgesamt also eine diskussionsreiche Runde, die sich hoffentlich im August fortsetzt. Am 10.08 wird dann Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren besprochen. Herzliche Einladung!

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Nachbericht Literaturkreis „Transatlantik“

Am Donnerstag, 08.06.2017, drehte sich alles um das Buch Transatlantik des irischen Schriftstellers Colum McCann.

transatlantikDieser beschreibt in seinem Buch drei historische Moment amerikanisch-irischer Geschichte: die erste Atlantiküberquerung, die Reise eines Abolitionisten durch Irland und die Versuche eines amerikanischen Senators, im Nordirland-Konflikt zu schlichten.

Das Bindeglied zwischen diesen historisch verbürgten Momenten sind vier Generationen von Frauen, die immer wieder das Schicksal beeinflussen und beeinflusst werden.

Das Buch wusste fast komplett zu gefallen, den Teilnehmern des Literaturkreises gefiel die Zeichnung der Figuren und die Konstruktion des Romans. Als positive Aspekte des Buchs wurden weiterhin die glaubhaft gezeichneten Figuren genannt genauso wie der Faktor, dass man bei der Lektüre des Buchs noch einiges lernen kann.

Positiv wurde auch vermerkt, dass das Freiheitsmotiv immer wieder geschickt von McCann in die Erzählung eingewoben wird und er so eine Geschichte kreiert, die zu überzeugen weiß.

 

Der nächste Literaturkreis findet am 13.07.2017 um 19:30 Uhr statt. Besprochen wird diesmal der Roman „Imperium“ des Schweizer Romanciers Christian Kracht.

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Rückblick – Blasmusikpop

Am Donnerstag Abend, den 09.02 traf sich der Literaturkreis Göggingen, um in der Runde den Debütroman Blasmusikpop der österreichischen Autorin Vea Kaiser zu lesen.

blasmusikpopDas Debüt wurde überwiegend als unterhaltsam und lustig beurteilt und fand eine gute Resonanz im Kreis. Das Buch wurde als Melange aus Heimat- und Entwicklungsroman bezeichnet, ebenso stellt Blasmusikpop die Dorfchronik des fiktiven und satirisch überzeichneten Bergdörfchens Sankt Peter am Anger da.

Eine Teilnehmerin sah in der Autorin eine schlechte Ludwig-Thoma-Epigonin, eine andere Teilnehmerin sah darin wiederum eine treffliche Parodie der bayerischen und österreichischen Einwohner.

 

Der nächste Literaturkreis findet am  09.03.2017 wie gewohnt um 19:30 statt. Diesmal dreht sich alles um Ian McEwans Kindeswohl.

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Paul Torday – Lachsfischen im Jemen

Das erste Buch des Jahres, das im Literaturkreis Göggingen behandelt wurde, war der Titel Lachsfischen im Jemen des bereits verstorbenen Schriftstellers Paul Torday.

lachsfischenEs kam zu einer lebhaften Diskussion, wie die Qualität des Buches einzuordnen sei. Während sich viele Leserinnen vom Buch gut unterhalten fühlten, wurden von anderen Leserinnen bemängelt, dass das Buch eigentlich nur eine Idiotie literarisch verarbeite und das Buch als Satire gelesen recht zahnlos daher käme. Als gut befunden wurde allerdings die Entwicklung, die Alfred Jones im Buch durchläuft und die Akribie, mit welcher Torday schildert, wie man tatsächlich das Himmelfahrtskommando Lachsfischen im Jemen bestreiten könnte.

 

 

Der nächste Literaturkreis folgt am 9. Februar wie gewohnt um 19:30 Uhr, diesmal wird der Titel Blasmusikpop von Vea Kaiser besprochen. Herzliche Einladung!

 

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Petra Morsbach – Opernroman

Opernroman von Petra MorsbachUnbeeinträchtig vom „Sommerloch“ beschäftigte sich der Literaturkreis mit Petra Morsbachs Opernroman.
Allgemein geschätzt wurden ihre kenntnisreichen und sensiblen Betrachtungen zu Charakter und Interpretation musikalischer Werke, ebenso ihre einfühlsame Beschreibung des Gestaltungswillen der Künstler und ihres Leidens an den eigenen, oft zu großen Ansprüchen. Jedoch nur die engagierten Opern- und Theaterfreunde konnten sich für Petra Morsbachs Opernroman wirklich begeistern. Allen übrigen LeserInnen empfanden ihn als Kantinenklatsch, als Bestätigung von Vorurteilen, als zu distanziert – emotionslose Beobachtungen. Erstaunlich jedoch wieviel Gesprächsstoff das Buch trotzdem bot.
Facit einer lebhaften Diskussion: Künstler deren Ausdruckwillen und – Fähigkeit auf der Bühne extrem ausgebildet sein muss, reagieren auch vor- und hinter der Bühne egozentrischer, extremer. Das Theater ist so bei Morsbach ein besonders drastischer Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse und Spielregeln: „Wie im wirklichen Leben, nur heftiger…“

 

Am 8. September 2016 beschäfftigt sich der Literaturkreis mit Pascal Mercier – Lea

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