Archiv der Kategorie: Autoren A-E

Nachbericht Literaturkreis „Transatlantik“

Am Donnerstag, 08.06.2017, drehte sich alles um das Buch Transatlantik des irischen Schriftstellers Colum McCann.

transatlantikDieser beschreibt in seinem Buch drei historische Moment amerikanisch-irischer Geschichte: die erste Atlantiküberquerung, die Reise eines Abolitionisten durch Irland und die Versuche eines amerikanischen Senators, im Nordirland-Konflikt zu schlichten.

Das Bindeglied zwischen diesen historisch verbürgten Momenten sind vier Generationen von Frauen, die immer wieder das Schicksal beeinflussen und beeinflusst werden.

Das Buch wusste fast komplett zu gefallen, den Teilnehmern des Literaturkreises gefiel die Zeichnung der Figuren und die Konstruktion des Romans. Als positive Aspekte des Buchs wurden weiterhin die glaubhaft gezeichneten Figuren genannt genauso wie der Faktor, dass man bei der Lektüre des Buchs noch einiges lernen kann.

Positiv wurde auch vermerkt, dass das Freiheitsmotiv immer wieder geschickt von McCann in die Erzählung eingewoben wird und er so eine Geschichte kreiert, die zu überzeugen weiß.

 

Der nächste Literaturkreis findet am 13.07.2017 um 19:30 Uhr statt. Besprochen wird diesmal der Roman „Imperium“ des Schweizer Romanciers Christian Kracht.

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Lesekreisbücher Januar-März 2016

Neue Bücher für das erste Quartal 2016

Januar 2016: Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels

Im Mittelpunkt stehen Renée, 54, Concierge im Haus Rue de Grenelle 7, Autodidaktin, und Paloma, 12, hochintelligent und entschlossen, sich am 13. Geburtstag umzubringen. Beide sind Außenseiterinnen, doch das ändert sich, als mit dem Japaner Ozu jemand einzieht, der ihren wahren Wert erkennt.

Termin: 14.01.2016 – 19:30 Uhr

 

Februar 2016: Hanns-Josef Ortheil – Die Moselreise

Das Reisetagebuch des damals erst 11-jährigen (späteren) Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil dokumentiert auf überaus anschauliche Weise eine 2-wöchige Wanderung an der Mosel mit dem Vater und beeindruckt durch genaue Beobachtungen und die sensible Wahrnehmungsweise des Jungen.

Termin: 11.02.106 – 19:30 Uhr

 

März 2016: Hermann Koch – Angerichtet

AngerichtetIn einem schicken Restaurant treffen sich 2 unterschiedliche Ehepaare. Während das Diner abläuft, wird deutlich, dass die beiden pubertierenden Söhne der Paare etwas Schreckliches ausgefressen haben.

Termin: 10.03.2016 – 19:30 Uhr

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Josef Bierbichler – Mittelreich

Konträre Meinungen kamen beim vorletzten Literaturkreis des Jahres 2015 zusammen. Im Mittelpunkt stand das Schriftsteller-Debüt des Schauspielers Josef Bierbichler Mittelreich, der seiner Heimat am Starnberger See ein literarisches Vermächtnis setzt.

Er beschreibt in seinem Buch die Dorfchronik eines kleinen Weilers am Starnberger See, bei dem die beiden Weltkriege und darauffolgenden Entwicklungen starke Spuren Mittelreichhinterlassen. Ausgehend von der Figur des Seewirts entfaltet er ein Panorama der dörflichen Gesellschaft und zeigt mit welchen (religiösen) Mitteln die einzelnen Figuren im Dorf ihren Platz finden. Eine klassisch-lineare Erzählung ist Bierbichlers Buch nicht, vielmehr wirft er einzelne Schlaglichter auf die Gesellschaft und scheut auch magische und derbe Szenen auch nicht. Teilweise grotesk muten die Geschehnisse in Mittelreich an – sogar eine Himmelfahrt findet am Starnberger See zur Krönungsmesse von Johannes XXIII. statt.

Die Meinungen schwankten von ein Möchtegern-Oskar-Maria-Graf bis hin zu eine großartige Bild- und Kameraführung. Wo einige Leser die Über-Konstruiertheit des Buchs kritisierten gefiel anderen gerade diese Fülle an Anekdoten und Geschehnissen. Ein ambivalentes Buch, das ebensolche Eindrücke auch bei den Leserinnen und Lesern hinterließ.

Der letzte Literaturkreis des Jahres findet am 10.12.2015 in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt und behandelt den Roman Aus den Fugen von Alain Claude Sulzer

 

 

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Neue Bücher für den Herbst

Hier die drei kommenden Titel, über die in denen im letzten Quartal des Jahres 2015 im Gögginger Literaturkreis disktuiert werden wird:

 

8.10.2015: Ursula Krechel – Landgericht

Landgericht von Ursula Krechel

Landgericht von Ursula Krechel

Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landgericht«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

 

 

12.11.2015: Josef Bierbichler – Mittelreich

MittelreichEine Seewirtschaft in Bayern, bizarre Gäste und eine Familie über drei Generationen, heillos verstrickt ins ungeliebte Erbe. Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters und Films, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand, über die vermeintlich fetten Jahre.

Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muss sein jüngerer
Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird.

 

10.12.2015: Alain Claude Sulzer – Aus den Fugen

Galiani Sulzer Druck.inddDie plötzliche Stille ist lauter als ein Paukenschlag: Mitten in einer atemberaubenden Interpretation der Hammerklaviersonate bricht der international gefeierte Starpianist Marek Olsberg abrupt sein Spiel ab. Mit den Worten »Das war’s« schließt er den Klavierdeckel und verlässt den Saal.
Olsbergs unvorhergesehene Tat wird allerdings nicht nur sein eigenes Leben in neue Bahnen lenken. Er ist eine von vielen Hauptfiguren in Alain Claude Sulzers neuem Roman. Da ist z. B. Olsbergs Agent, der sich mit seinem neuen Freund schon auf dem Weg zur Philharmonie in die Haare bekommt. Da ist Sophie, die erst während des Konzerts begreift, dass ihre letzte Liebe inzwischen mit ihrer Nichte Klara angebändelt hat, und die sich deswegen ein Gläschen zu viel gönnt. Da ist Esther, die ihre frisch geschiedene Freundin mit dem Olsberg-Konzert aufmuntern will und die bei der außerplanmäßig frühen Rückkehr vom Konzert bemerken muss, dass ihr Mann nicht daheim ist. Dafür aber sein Handy mit einer befremdlichen Nachricht seiner Assistentin Sabine …

 

 

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Rückblick: Emma Donoghue, Raum

 

von Ellen Mann

Passend zum Thema des Romans RAUM trafen sich die Mitglieder des Lesekreises diesmal in einem kleinen Raum der Stadtbücherei, dessen farbig markierte  Grenzen die Enge verdeutlichten, in der die Protagonisten des Romans jahrelang leben mussten. 

RAUM ist aus Kinderperspektive in Kindersprache geschrieben und beschreibt das Leben einer entführten jungen Frau in einer schalldichten Zelle, Tatort eines sieben Jahre andauernden Missbrauchs durch ihren Entführer und Vergewaltiger „Old Nick“. Ein Entkommen scheint unmöglich. Überlebenswille, Trost und Hoffnung gibt ihr Jack, ihr fünfjähriger Sohn und Erzähler, der im RAUM geboren wurde und in dieser kleinen Welt Beziehungen knüpft zu seltenen Besuchern wie  Maus, Spinne oder Ameise. Aber auch Einrichtungsgegenstände werden zu Persönlichkeiten mit ihrer eigenen Geschichte. Die Außenwelt erscheint dem Kind als virtuelle Kulisse nur im Fernsehen. Jacks Mutter versucht dem Jungen einen geregelten Alltag zu bieten, fördert ihn im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und schützt ihn vor seinem Vater, dem Gefängniswärter und Vergewaltiger, indem sie Jack nachts in einen Schrank zum Schlafen schickt, damit ihn sein Vater nicht zu Gesicht bekommt. Erst als Old Nicks Geld knapp wird und er seinen Gefangenen Strom und Heizung abstellt, entwickelt Jacks Mutter einen konkreten Plan zum Ausbruch und übt ihn mit Jack ein. Wider Erwarten gelingt es dem Jungen tatsächlich zu entkommen, mit Hilfe eines Passanten die Polizei zu informieren und seine Mutter damit aus ihrem jahrelangen Martyrium zu befreien.

Wieder bzw. erstmals in Freiheit müssen Mutter und Sohn sich mit den Reaktionen der Außenwelt, Therapeuten, ihren Verwandten, den unterschiedlichen Vorstellungen, was Freiheit und „gesunde“ Kindheit bedeutet und den Geiern der Medienbranche auseinander setzen. Jacks Mutter zerbricht fast daran und kommt bei einem Suizidversuch nur knapp mit dem Leben davon. Jack muss sich mit allem Neuen in seiner Umwelt vertraut machen, mühsam lernen, was für andere Kinder selbstverständlich ist, und wird hin und wieder von Heimweh nach seiner alten Heimat, dem RAUM, gepackt. Aber er macht seinen Weg, wenn auch holperig, unterstützt von seiner Großmutter und seinem wortkargen, einfühlsamen Stiefgroßvater Leo. 

Emma Donoghue wurde zu dem Roman, erschienen 2010, unter anderem von der grausamen Gefangenschaft der Elisabeth Fritzl inspiriert, die von ihrem Vater und Vergewaltiger  jahrelang in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde und dort mehrere Kinder zur Welt brachte. Die Erzählung aus der Perspektive des Kindes lässt die Geschichte zunächst weniger grausam und erschreckend wirken, Beklemmung und eine unterschwellige Spannung bleiben aber erhalten und nehmen zu, als der Befreiungsplan umgesetzt wird.

In der Diskussion wurde von mehreren Teilnehmerinnen die etwas unecht klingende Sprachstörung des Jungen kritisiert, woran teilweise auch die Übersetzung schuld sein mag, und es kam die Frage auf, ob ein Fünfjähriger überhaupt als Ich-Erzähler authentisch eine solche Geschichte darstellen könne. Einzelne Handlungsstränge im Roman wurden als nicht sehr glaubwürdig gewertet.

Eine Stärke des Romans ist die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Meinungen, Perspektiven und Ideen, was ein Kind braucht, um glücklich zu sein und um sich gut zu entwickeln. Wie viel räumliche Freiheit und materielle Unterstützung braucht ein Kind überhaupt, wenn es eine gute Bindung und liebevolle Beziehung zu seiner Mutter hat, die es fördert und ermutigt? Jack bezieht hierzu klar Stellung. Wer im Mikrokosmos symbiotisch mit der Mutter glücklich aufwächst, braucht keinen Makrokosmos oder ist in ihm sogar unglücklich und überfordert. Trotzdem erweitert Jack nach und nach seinen Horizont und nutzt die neu gewonnene Freiheit. RAUM bleibt für ihn schließlich dank seiner engagierten Mutter eine schöne Kindheits-erinnerung, für seine Mutter hingegen ein Alptraum, aus dem sie entkommen ist und den sie nur dank Jack hat durchstehen können.

Trotz einiger Schwächen ein ungewöhnlicher und spannender Roman, der zum Nachdenken und Perspektivenwechsel anregt.

 

 

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Termine März – Mai 2014

13. März    Robert Seethaler,   Der Trafikant

trafikantDer 17-jährige Franz Huchel verlässt 1937 sein Heimatdorf im Salzkammergut, um in Wien bei einem Trafikanten in die Lehre zu gehen. Seine kindliche Naivität und Unbekümmertheit geht ihm jedoch in den politischen und gesellschaftlichen Wirren der Zeit schnell verloren.

 

 

10. April   Robert Harris,   Ghost

HarrisEin halbes Jahr vor der Veröffentlichung der Memoiren des britischen Ex-Premierministers Adam Lang kommt sein Ghostwriter auf mysteriöse Weise ums Leben. Sein Nachfolger recherchiert auf eigene Faust in der Vergangenheit des Politikers und macht eine brisante Entdeckung….

verfilmt von Roman Polanski, Der Ghostwriter

 

 

TERIMINÄNDERUNG!!!

15. Mai   T.C. Boyle,   Grün ist die Hoffnung

Boyle 2Ein Jahr lang wollen drei schräge Typen in den Bergen nördlich von San Francisco Marihuana anbauen, um endlich ans große Geld zu kommen. Aber die Natur ist widerspenstig und das Leben in der Wildnis sehr strapaziös…

 

 

die britisch-skurille Variante dazu gibt es auf dvd, den Film „Grasgeflüster“

 

 

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Vorschau Dezember 13 – Februar 14

harold fry 12. Dezember    Rachel Joyce, Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

 Das Ehepaar Harold und Maureen Fry lebt nur noch nebeneinander her, bis    Harold spontan zu Fuß zu einer krebskranken Freundin aufbricht, die 600  Kilometer entfernt im Sterben liegt. Diese Pilgerreise mit vielen Begegnungen und Erinnerungen verändert das Paar. 

  suter                 

9. Januar    Martin Suter, Die Zeit, die Zeit 

In der Trauer um seine ermordete Frau kommt der Buchhalter Peter Taler in Kontakt zu seinem ebenfalls verwitweten Nachbarn. Dieser macht ihn zum Komplizen in einem eigenartigen Experiment um die Zeit und die Vergänglichkeit. Philosophischer Thriller.

 

raum113. Februar    Emma Donoghue, Raum 

Der 5-jährige Jack, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, lebt seit seiner Geburt in einem einzigen Raum, zusammen mit seiner ihn über alles liebenden Mutter, die seit 6 Jahren dort festgehalten und missbraucht wird. Als sie fliehen können, ist es zunächst schwer für ihn, sich zurechtzufinden.

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