Archiv der Kategorie: Autoren K-O

Nachbetrachtung Literaturkreis August „Frühling der Barbaren“

Wenn so der Frühling der Barbaren aussieht – wie sieht dann erst der Sommer oder gar der Winter aus? Diese Frage stellte ein Teilnehmer des August-Literaturkreises während der Diskussion zu Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren in den Raum.

BarbarenTatsächlich rief das Buch gemischte Kritiken hervor. Von „Grandios“ bis „Misslungen“ reichten die Urteile der Leserinnen und Leser. Während einige Leserinnen die zunehmend unästhetisch werdende Szenerie wie Fernsehzuschauer wahrnahmen und sich nicht mit dem Text identifizieren konnten, wurde Lüschers Prosa von anderen Teilnehmer als „fulminant“ gerühmt und das Talent des Autors, kleine Vignetten auf den Punkt genau zu zeichnen, gelobt.

So war die gutbesuchte Diskussionsrunde abermals erhellend und brachte viele Facetten zum Vorschein, die dieser schmale Text von 128 Seiten in sich trägt.

Der nächste Literaturkreis findet am 14.09.2017 wieder um 19:30 in den Räumen der Stadtteilbücherei Göggingen statt. Dann wird sich alles um den Roman Schande von J. M. Coetzee drehen.

 

 

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Christian Kracht – Imperium

Zu einer spannenden Diskussionsrunde fanden sich die Teilnehmerinnen des Literaturkreises Göggingen im Juli ein, als es passend zu den warmen Temperaturen um Christian Krachts Roman Imperium ging. Darin beschreibt Kracht die Lebensgeschichte des August Engelhardts, der von Nürnberg aus um 1900 auf eine Insel im deutschen Schutzgebiet von Deutsch-Neuguinea zog, um dort eine Sekte zu gründen, die der Kokosnuss huldigen sollte.

ImperiumWährend einige Leserinnen den Ton und Stil des Buchs lobten, gar Reminiszenzen an Thomas Mann erkannten, sagte das Buch anderen Teilnehmerinnen weniger zu. Zu gespreizt und misslungen – so das gegensätzliche Urteil. Auch wurde der Stil teilweise aufgrund der Ironie als respektlos, zu flach und von schwierigsten Wörtern durchzogen kritisiert.

Die Themen, die in Krachts Buch durchklingen, sind auch heute noch von Bedeutung, wie etwa die Offenheit für andere Gesellschaften, missionarische Überzeugungen, Ernährungsfragen, Rassismus etc. Dies wurde von mehreren Seiten angemerkt, auch der Humor Krachts wusste einigen Leserinnen zu gefallen.

Einig war sich die Runde bezüglich des Urteils, das der Spiegelkritiker Georg Diez über den Roman fällte. Für die rechten Tendenzen, die Diez in Krachts Imperium ausgemacht haben wollte, fanden sich keinerlei Beweise. Gegenüberlegungen wurden angestellt, dass diese Presse am Ende dem Buch gar eher genützt als geschadet habe.

Insgesamt also eine diskussionsreiche Runde, die sich hoffentlich im August fortsetzt. Am 10.08 wird dann Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren besprochen. Herzliche Einladung!

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Rückblick – Blasmusikpop

Am Donnerstag Abend, den 09.02 traf sich der Literaturkreis Göggingen, um in der Runde den Debütroman Blasmusikpop der österreichischen Autorin Vea Kaiser zu lesen.

blasmusikpopDas Debüt wurde überwiegend als unterhaltsam und lustig beurteilt und fand eine gute Resonanz im Kreis. Das Buch wurde als Melange aus Heimat- und Entwicklungsroman bezeichnet, ebenso stellt Blasmusikpop die Dorfchronik des fiktiven und satirisch überzeichneten Bergdörfchens Sankt Peter am Anger da.

Eine Teilnehmerin sah in der Autorin eine schlechte Ludwig-Thoma-Epigonin, eine andere Teilnehmerin sah darin wiederum eine treffliche Parodie der bayerischen und österreichischen Einwohner.

 

Der nächste Literaturkreis findet am  09.03.2017 wie gewohnt um 19:30 statt. Diesmal dreht sich alles um Ian McEwans Kindeswohl.

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Petra Morsbach – Opernroman

Opernroman von Petra MorsbachUnbeeinträchtig vom „Sommerloch“ beschäftigte sich der Literaturkreis mit Petra Morsbachs Opernroman.
Allgemein geschätzt wurden ihre kenntnisreichen und sensiblen Betrachtungen zu Charakter und Interpretation musikalischer Werke, ebenso ihre einfühlsame Beschreibung des Gestaltungswillen der Künstler und ihres Leidens an den eigenen, oft zu großen Ansprüchen. Jedoch nur die engagierten Opern- und Theaterfreunde konnten sich für Petra Morsbachs Opernroman wirklich begeistern. Allen übrigen LeserInnen empfanden ihn als Kantinenklatsch, als Bestätigung von Vorurteilen, als zu distanziert – emotionslose Beobachtungen. Erstaunlich jedoch wieviel Gesprächsstoff das Buch trotzdem bot.
Facit einer lebhaften Diskussion: Künstler deren Ausdruckwillen und – Fähigkeit auf der Bühne extrem ausgebildet sein muss, reagieren auch vor- und hinter der Bühne egozentrischer, extremer. Das Theater ist so bei Morsbach ein besonders drastischer Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse und Spielregeln: „Wie im wirklichen Leben, nur heftiger…“

 

Am 8. September 2016 beschäfftigt sich der Literaturkreis mit Pascal Mercier – Lea

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Lesekreisbücher Januar-März 2016

Neue Bücher für das erste Quartal 2016

Januar 2016: Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels

Im Mittelpunkt stehen Renée, 54, Concierge im Haus Rue de Grenelle 7, Autodidaktin, und Paloma, 12, hochintelligent und entschlossen, sich am 13. Geburtstag umzubringen. Beide sind Außenseiterinnen, doch das ändert sich, als mit dem Japaner Ozu jemand einzieht, der ihren wahren Wert erkennt.

Termin: 14.01.2016 – 19:30 Uhr

 

Februar 2016: Hanns-Josef Ortheil – Die Moselreise

Das Reisetagebuch des damals erst 11-jährigen (späteren) Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil dokumentiert auf überaus anschauliche Weise eine 2-wöchige Wanderung an der Mosel mit dem Vater und beeindruckt durch genaue Beobachtungen und die sensible Wahrnehmungsweise des Jungen.

Termin: 11.02.106 – 19:30 Uhr

 

März 2016: Hermann Koch – Angerichtet

AngerichtetIn einem schicken Restaurant treffen sich 2 unterschiedliche Ehepaare. Während das Diner abläuft, wird deutlich, dass die beiden pubertierenden Söhne der Paare etwas Schreckliches ausgefressen haben.

Termin: 10.03.2016 – 19:30 Uhr

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Neue Bücher für den Herbst

Hier die drei kommenden Titel, über die in denen im letzten Quartal des Jahres 2015 im Gögginger Literaturkreis disktuiert werden wird:

 

8.10.2015: Ursula Krechel – Landgericht

Landgericht von Ursula Krechel

Landgericht von Ursula Krechel

Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landgericht«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

 

 

12.11.2015: Josef Bierbichler – Mittelreich

MittelreichEine Seewirtschaft in Bayern, bizarre Gäste und eine Familie über drei Generationen, heillos verstrickt ins ungeliebte Erbe. Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters und Films, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand, über die vermeintlich fetten Jahre.

Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muss sein jüngerer
Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird.

 

10.12.2015: Alain Claude Sulzer – Aus den Fugen

Galiani Sulzer Druck.inddDie plötzliche Stille ist lauter als ein Paukenschlag: Mitten in einer atemberaubenden Interpretation der Hammerklaviersonate bricht der international gefeierte Starpianist Marek Olsberg abrupt sein Spiel ab. Mit den Worten »Das war’s« schließt er den Klavierdeckel und verlässt den Saal.
Olsbergs unvorhergesehene Tat wird allerdings nicht nur sein eigenes Leben in neue Bahnen lenken. Er ist eine von vielen Hauptfiguren in Alain Claude Sulzers neuem Roman. Da ist z. B. Olsbergs Agent, der sich mit seinem neuen Freund schon auf dem Weg zur Philharmonie in die Haare bekommt. Da ist Sophie, die erst während des Konzerts begreift, dass ihre letzte Liebe inzwischen mit ihrer Nichte Klara angebändelt hat, und die sich deswegen ein Gläschen zu viel gönnt. Da ist Esther, die ihre frisch geschiedene Freundin mit dem Olsberg-Konzert aufmuntern will und die bei der außerplanmäßig frühen Rückkehr vom Konzert bemerken muss, dass ihr Mann nicht daheim ist. Dafür aber sein Handy mit einer befremdlichen Nachricht seiner Assistentin Sabine …

 

 

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Termine April bis Juni 2015

9. April          John Williams, Stoner
Stoner    Entwicklungsroman über die Lebensgeschichte eines Literaturdozenten. Private und berufliche Höhen wie auch Tiefen führen zu einer vielschichtigen Lebensbilanz von William Stoner.

 

7. Mai          Joachim Meyerhoff, Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Meyerhoff    Mitten auf dem Gelände der psychiatrischen Klinik von Schleswig lebt der Anstaltsleiter mit seiner Familie. Der jüngste Sohn Josse erzählt skurrile und anrührende Geschichten aus seiner Kindheit, die er rückblickend als glücklich empfindet, bis irgendwann das Schicksal eine Wende erzwingt.

 

11. Juni      Daniel Kehlmann, F

Kehlmann    Im Sommer vor der Weltwirtschaftskrise steht der Finanzjongleur Eric Friedland mit einem Bein im Gefängnis. Düstere Visionen, die seinem Zwillingsbruder Iwan gelten, plagen ihn. Selbst seinem anderen Bruder Martin, einem Priester, kann er sich nicht anvertrauen und das Unheil nimmt seinen Lauf …

 

Treffpunkt wie immer, ab 19:30 in der Stadtteilbücherei Göggingen – neue Leser sind herzlich willkommen!

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