Christian Kracht – Imperium

Zu einer spannenden Diskussionsrunde fanden sich die Teilnehmerinnen des Literaturkreises Göggingen im Juli ein, als es passend zu den warmen Temperaturen um Christian Krachts Roman Imperium ging. Darin beschreibt Kracht die Lebensgeschichte des August Engelhardts, der von Nürnberg aus um 1900 auf eine Insel im deutschen Schutzgebiet von Deutsch-Neuguinea zog, um dort eine Sekte zu gründen, die der Kokosnuss huldigen sollte.

ImperiumWährend einige Leserinnen den Ton und Stil des Buchs lobten, gar Reminiszenzen an Thomas Mann erkannten, sagte das Buch anderen Teilnehmerinnen weniger zu. Zu gespreizt und misslungen – so das gegensätzliche Urteil. Auch wurde der Stil teilweise aufgrund der Ironie als respektlos, zu flach und von schwierigsten Wörtern durchzogen kritisiert.

Die Themen, die in Krachts Buch durchklingen, sind auch heute noch von Bedeutung, wie etwa die Offenheit für andere Gesellschaften, missionarische Überzeugungen, Ernährungsfragen, Rassismus etc. Dies wurde von mehreren Seiten angemerkt, auch der Humor Krachts wusste einigen Leserinnen zu gefallen.

Einig war sich die Runde bezüglich des Urteils, das der Spiegelkritiker Georg Diez über den Roman fällte. Für die rechten Tendenzen, die Diez in Krachts Imperium ausgemacht haben wollte, fanden sich keinerlei Beweise. Gegenüberlegungen wurden angestellt, dass diese Presse am Ende dem Buch gar eher genützt als geschadet habe.

Insgesamt also eine diskussionsreiche Runde, die sich hoffentlich im August fortsetzt. Am 10.08 wird dann Jonas Lüschers Novelle Frühling der Barbaren besprochen. Herzliche Einladung!

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Nachbericht Literaturkreis „Transatlantik“

Am Donnerstag, 08.06.2017, drehte sich alles um das Buch Transatlantik des irischen Schriftstellers Colum McCann.

transatlantikDieser beschreibt in seinem Buch drei historische Moment amerikanisch-irischer Geschichte: die erste Atlantiküberquerung, die Reise eines Abolitionisten durch Irland und die Versuche eines amerikanischen Senators, im Nordirland-Konflikt zu schlichten.

Das Bindeglied zwischen diesen historisch verbürgten Momenten sind vier Generationen von Frauen, die immer wieder das Schicksal beeinflussen und beeinflusst werden.

Das Buch wusste fast komplett zu gefallen, den Teilnehmern des Literaturkreises gefiel die Zeichnung der Figuren und die Konstruktion des Romans. Als positive Aspekte des Buchs wurden weiterhin die glaubhaft gezeichneten Figuren genannt genauso wie der Faktor, dass man bei der Lektüre des Buchs noch einiges lernen kann.

Positiv wurde auch vermerkt, dass das Freiheitsmotiv immer wieder geschickt von McCann in die Erzählung eingewoben wird und er so eine Geschichte kreiert, die zu überzeugen weiß.

 

Der nächste Literaturkreis findet am 13.07.2017 um 19:30 Uhr statt. Besprochen wird diesmal der Roman „Imperium“ des Schweizer Romanciers Christian Kracht.

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Neue Literaturkreisbücher Juli-September

 

Hier sind die kommenden drei Titel, die im Literaturkreis Göggingen besprochen werden:

13.07 – Christian Kracht „Imperium“

ImperiumIn »Imperium« erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans eines Melville, Joseph Conrad, Robert Louis Stevenson oder Jack London spielt.
Die Welt wollte er retten, eine neue Religion stiften, gar ein eigenes Reich gründen – eine Utopie verwirklichen, die nicht nur ihn selbst, sondern die Menschheit erlöst, fernab der zerstörerischen europäischen Zivilisation, die gerade aufbricht in die Moderne und in die Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Doch in der Abgeschiedenheit der Südsee, in einer Kolonie des wilhelminischen Deutschland, gerät ein von einem vegetarischen Spleen besessener Sonnenanbeter in eine Spirale des Wahnsinns, die die Abgründe des 20. Jahrhunderts ahnungsvoll vorwegnimmt. In seinem vierten Roman zeichnet Christian Kracht die groteske, verlorene Welt von Deutsch-Neuguinea, eine Welt, die dem Untergang geweiht ist und in der sich doch unsere Gegenwart seltsam spiegelt. Zugleich aber ist Christian Krachts »Imperium« eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns.

 

10.08 – Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“

BarbarenDer Schweizer Fabrikerbe Preising wird in einem tunesischen Oasenresort zur Hochzeit reicher, junger Engländer aus der Londoner Finanzwelt eingeladen. Während die Festgesellschaft sich in ihren Betten noch von den Strapazen des ausschweifenden Festes erholt, verkündet England den Staatsbankrott. Und mit gesperrten Kreditkarten, in der Wüste gestrandet, plötzlich überschuldet und arbeitslos geworden, scheint es nur ein kurzer Schritt zurück in die Barbarei. Spannend, klug konstruiert, durchaus auch komisch, mit unvergesslichen Bildern und einer reichen, beweglichen Sprache erzählt, seziert dieses Buch menschliche Schwächen und zielt dabei mitten ins Herz der Gegenwart.

 

14.09 – J. M. Coetzee „Schande“

schandeDavie Lurie, Literaturprofessor in mittleren Jahren und zweimal geschieden, ist in Ungnade gefallen: eine Affäre mit einer seiner Studentinnen ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Der peinlichen Befragung entzieht er sich durch ein Schuldbekenntnis. Er quittiert seinen Dienst und verläßt Kapstadt, um für eine Weile zu seiner Tochter aufs Land zu ziehen. Lucy, die keinerlei Ambitionen in der Welt ihres Vaters hat, versucht auf einem entlegenen Stück Land eine kleine Farm aufzubauen. Zunächst scheint es, als könnten der Einfluss Lucys und der natürliche Rhythmus des Farmlebens Davids aus den Fugen geratenem Leben neuen Halt geben, doch dann werden Vater und Tochter Opfer eines brutalen Überfalls, in dessen Folge der grundlegende existentielle Konflikt zwischen beiden offen zutage tritt.

Beginn aller Veranstaltungen wie gewohnt um 19:30 Uhr im Bürgermeisterzimmer der Stadtteilbücherei Göggingen.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

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Die neuen Literaturkreisbücher April-Juni

Die neuen Titel für die kommenden Literaturkreise April bis Juni stehen fest – und das sind die Bücher:

Andrea Hirata – Die Regenbogentruppe (13.04.2017, 19:30 Uhr)

regenbogentruppeWenn der Morgen auf der Insel östlich von Sumatra graut, kann weder Hitze noch Krokodile sie aufhalten: Die Schüler der »Regenbogentruppe«, Söhne und Töchter von einfachen Fischern und Minenarbeitern. Keiner von ihnen will auch nur eine einzige Unterrichtsstunde verpassen. Da ist zum Beispiel Lintang, das Mathe-Genie, oder Mahar, der Künstler. Und Ikal, der seinen Weg gegen alle Widerstände macht: von der Armenschule über das Studium in Paris und London zum gefeierten Schriftsteller.

 

Isabel Allende – Amandas Suche (11.05.2017, 19:30 Uhr)

amandaAmanda ist lebensklug und ausgesprochen eigensinnig. Sie wächst in San Francisco auf, der Stadt der Freigeister. Ihre Mutter Indiana führt eine Praxis für Reiki und Aromatherapie und steht im Mittelpunkt der örtlichen Esoterikszene. Der Vater ist Chef des Polizeidezernats und ermittelt in einer grausamen Mordserie. Auf eigene Faust beginnt Amanda Nachforschungen dazu anzustellen, unterstützt von ihrem geliebten Großvater und einigen Internetfreunden aus aller Welt. Doch als Indiana spurlos verschwindet, wird aus dem Zeitvertreib plötzlich bitterer Ernst. Und Amanda muss über sich hinauswachsen, um die eigene Mutter zu retten.

Colum McCann – Transatlantik (08.06.2017, 19:30 Uhr)

transatlantikDublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.
New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen.
«Transatlantik» verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel.
Ein großer Roman über das Leben zwischen zwei Kontinenten, über die Zeit und ihre Vergänglichkeit, über die Geschichte und über den Zusammenhalt der Generationen.

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Rückblick – Blasmusikpop

Am Donnerstag Abend, den 09.02 traf sich der Literaturkreis Göggingen, um in der Runde den Debütroman Blasmusikpop der österreichischen Autorin Vea Kaiser zu lesen.

blasmusikpopDas Debüt wurde überwiegend als unterhaltsam und lustig beurteilt und fand eine gute Resonanz im Kreis. Das Buch wurde als Melange aus Heimat- und Entwicklungsroman bezeichnet, ebenso stellt Blasmusikpop die Dorfchronik des fiktiven und satirisch überzeichneten Bergdörfchens Sankt Peter am Anger da.

Eine Teilnehmerin sah in der Autorin eine schlechte Ludwig-Thoma-Epigonin, eine andere Teilnehmerin sah darin wiederum eine treffliche Parodie der bayerischen und österreichischen Einwohner.

 

Der nächste Literaturkreis findet am  09.03.2017 wie gewohnt um 19:30 statt. Diesmal dreht sich alles um Ian McEwans Kindeswohl.

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Ein Hinweis in eigener Sache

Liebe Leser und Leserinnen des Literaturblogs,

buecherstapelin eigener Sache sei noch auf einen weiteren Blog hingewiesen, der unter dem Link Buch-Haltung ebenfalls lesenswerte Bücher versammelt und bespricht.

Schwerpunkt ist aktuelle Belletristik und Spannungsliteratur, die auf dem Blog vorgestellt und bewertet wird.

Betrieben wird der Blog von Marius Müller, der die Stadtteilbücherei Göggingen leitet. Ebenso wie diesen Blog kann man auch Buch-Haltung kostenlos per E-Mail abonnieren und sich so über Neuerscheinungen informieren lassen.

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Paul Torday – Lachsfischen im Jemen

Das erste Buch des Jahres, das im Literaturkreis Göggingen behandelt wurde, war der Titel Lachsfischen im Jemen des bereits verstorbenen Schriftstellers Paul Torday.

lachsfischenEs kam zu einer lebhaften Diskussion, wie die Qualität des Buches einzuordnen sei. Während sich viele Leserinnen vom Buch gut unterhalten fühlten, wurden von anderen Leserinnen bemängelt, dass das Buch eigentlich nur eine Idiotie literarisch verarbeite und das Buch als Satire gelesen recht zahnlos daher käme. Als gut befunden wurde allerdings die Entwicklung, die Alfred Jones im Buch durchläuft und die Akribie, mit welcher Torday schildert, wie man tatsächlich das Himmelfahrtskommando Lachsfischen im Jemen bestreiten könnte.

 

 

Der nächste Literaturkreis folgt am 9. Februar wie gewohnt um 19:30 Uhr, diesmal wird der Titel Blasmusikpop von Vea Kaiser besprochen. Herzliche Einladung!

 

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